Forum Artikel 30

"Barrierefrei on Tour" mit dem Forum Artikel 30

Aktion des Forum Artikel 30 anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Durchaus erstaunt zeigten sich die Mitglieder des Rates der Stadt Hannover, die an der Tandem-Tour des Forum Artikel 30 UN-Behindertenrechtskonvention – Inklusion in Kultur, Freizeit und Sport am 04.05.2017 teilgenommen haben, denn sie haben die Landeshauptstadt mal aus einer anderen Perspektive wahrgenommen. Mit Angelo Alter (SPD), Hannes Hellmann (CDU) und Silvia Klingenburg-Pülm (Grüne) waren die größten Fraktionen des Stadtrats vertreten. Susanne Wilde (Fachbereich Sport und Bäder) war als Vertreterin der Stadtverwaltung dabei.

Unter dem Aspekt der Barrierefreiheit wurden auf Einladung des Forum Artikel 30 – ein Zusammenschluss mehrerer Verbände und Institutionen zur Förderung der Inklusion – am 04. Mai die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover, der Trammplatz vor dem Neuen Rathaus, die HDI-Arena sowie das Gelände des LandesSportBundes Niedersachsen etwas genauer unter die Lupe genommen. „Viele Ziele sind erreicht, aber ebenso viele stehen uns noch bevor. Wichtig ist, dass wir einen konstruktiven Dialog führen und keinen an den Pranger stellen.“, fasste der Sprecher des Forum Artikel 30, Karl Finke, die Erkenntnisse des Tages zusammen.

Mit Tandems wurden die vier Stationen angefahren, um jeweils vor Ort über die Barrierefreiheit zu sprechen. Los ging es in der VHS Hannover. Beim ihrem Neubau wurden viele Aspekte der Barrierefreiheit beachtet. „Von den Räumlichkeiten bis zum Kursprogramm achten wir gezielt darauf, dass Menschen mit Behinderung nicht ausgeschlossen sind. Bildungs- und Weiterbildungsangebote müssen für jeden zugänglich sein“, so Ulrike Ernst, Mitglied des Forum Artikel 30 und in der VHS zuständige Programmbereichsleiterin der Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung. Dennoch bleiben noch Wünsche offen, wie beispielsweise Treppenmarkierungen am Haupteingang des Gebäudes.

Am Trammplatz konnten die Teilnehmer der Tour mit speziellen Brillen, die die Sehfähigkeit einschränken, selbst erfahren, wie schwierig die Orientierung an diesem zentralen öffentlichen Platz für Menschen mit Sehschädigungen ist. Sehr positive Beispiele für die Berücksichtigung barrierefreier Aspekte waren dagegen die HDI-Arena und das Gelände des LandesSportBundes Niedersachsen. In der Arena befinden sich Rollstuhlplätze im Nord- und Südbereich sowie speziell für Blinde bereitgestellte Sitzplätze mit einem Audioeingang zum Empfang einer Spielbeschreibung. „Wir nehmen uns des Themas Barrierefreiheit zunehmend an. Jeder der 96 live erleben will, sollte auch die Möglichkeit dazu haben!“, stellte Detlef Kühne, 96-Behindertenbeauftragter, heraus.

Vor allem das Lotto-Sportinternat des LSB Niedersachsen ist ein hervorzuhebendes Beispiel für Barrierefreiheit im Sport. Es handelt sich um das erste inklusive Sportinternat in Deutschland. „Für den LSB Niedersachsen ist die Schaffung barrierefreier Strukturen auf seinem Gelände eine Selbstverständlichkeit. Sport ist schließlich für jeden da. Also müssen wir als LSB erst recht vorangehen.“, betonte Anke Günster, Referentin für Inklusion im LSB.

„Wir hoffen, dass die anwesenden Ratsmitglieder die Erkenntnisse und Anregungen in ihre Gremien einbringen und weiter zur barrierefreien Gestaltung der Landeshauptstadt beitragen. In Hannover wurde schon recht viel geleistet, dafür sind wir sehr dankbar. Allerdings ändern sich die Anforderungen zu Barrierefreiheit mit der Zeit. Sie müssen stets neu angepasst werden, gern gemeinsam.“, so die Hoffnung und Forderung der Mitglieder des Forum Artikel 30.

Die Tandemräder stellte die Tandem-Gruppe des Regionalvereins Hannover im Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen zur Verfügung. Die Zweirad-Center Stadler GmbH in Hannover hat die Sicherheit der Teilnehmer mit der Bereitstellung von Fahrradhelmen garantiert.

 

Zum Hintergrund

Die Tandem-Tour wurde vom Forum Artikel 30 in den Kontext des am 5. Mai stattfindenden Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung gesetzt. Bereits seit 1992 findet der Protesttag in Europa statt. Zentrale Forderung ist die Mitbestimmung von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Bereichen.


 

Freizeit, Kultur, Sport für Alle! Eine Mitmach-Tagung zum Thema Inklusion - Termin jetzt vormerken

Wir laden Sie herzlich ein, am 28. Oktober 2017 in die Volkshochschule Hannover zu kommen.
Bei einer Tagung der VHS Hannover und des Forum Artikel 30 UN-BRK/Inklusion in Freizeit, Kultur und Sport sollen alle Teilnehmenden aktiv mitwirken.

Wie wollen wir zusammenleben? Wie geht Inklusion im Alltag?  

Sie bringen die Ideen mit. Sie bestimmen die Themen der Arbeits- und Aktionsgruppen. Sie sollen nicht nur zuhören, was andere auf einer Bühne so reden. Sie sollen selber machen!

Wir bereiten alles vor, was für so eine Mitmach-Tagung gebraucht wird. Darum müssen Sie sich nicht kümmern.

Am Ende tragen wir alle Ergebnisse zusammen, vielleicht auch als Film oder Bericht. Darüber wollen wir dann auch die Politik informieren.

Erleben Sie im Herbst selbst, wie so eine Mitmach-Tagung funktioniert. Merken Sie sich jetzt den Termin am 28. Oktober 2017 vor – die Einladung und weitere Informationen versenden wir im August 2017!

Einen Informations-Flyer finden Sie rechts in der Downloadliste.

Was? Mitmach-Tagung „Freizeit, Kultur, Sport für alle“

Wer?  Alle, die etwas anderes erleben und unsere Gesellschaft besser machen wollen!

Wann?  28. Oktober 2017 von 10.00 Uhr - 17.00 Uhr

Wo? Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule (Burgstraße 14, 30159 Hannover)

Lauter Protest: 7.000 Menschen demonstrieren in Hannover für ein gutes Bundesteilhabegesetz (BTHG)

Auf dem Opernplatz in Hannover haben am 22.09.2016 rund 7.000 Menschen, davon die meisten mit Behinderung, für ein besseres Bundesteilhabegesetz demonstriert. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V., der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V., der Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e.V. und der SoVD Landesverband Niedersachsen e.V. hatten gemeinsam mit anderen Organisationen, wie dem „Forum Artikel 30 UN-BRK/Inklusion in Kultur, Freizeit und Sport“ zu der Kundgebung aufgerufen, zu der viel mehr Menschen kamen als im Vorfeld erwartet. „Wir freuen uns sehr, in enger Kooperation mit den Initiatoren, Teil der Demonstration sein zu können. Für uns ist entscheidend, dass ein BTHG die Eigenständigkeit von Menschen mit Behinderungen fördert – eine Verschlechterung wird es mit uns nicht geben!“, so Karl Finke, Sprecher des Forum Artikel 30.

Diese ungeheure Mobilisierung war möglich, weil die beteiligten Organisationen Informationsmaterial zu dem geplanten Gesetz in leichter Sprache zur Verfügung stellten – und so konnten sich auch viele Menschen mit kognitiven Einschränkungen ein Bild von dem vorliegenden Gesetzentwurf machen. Der allgemeine Tenor: Dieses Gesetz verschlechtert die Lage von Menschen mit Behinderung in vielerlei Hinsicht.

So riefen auch Werkstatträte und Bewohnervertretungen zur Fahrt nach Hannover auf. Von Cuxhaven bis zum Harz machten sich große Gruppen mit Bus und Bahn auf den Weg in die Landeshauptstadt. Auf dem Opernplatz entwickelte sich dann unter dem Motto „Bundesteilhabegesetz: So nicht! Für echte Teilhabe ohne Hürden“ ein bunter und lauter Protest. Mit selbst gebastelten und geschriebenen Plakaten und Transparenten teilten die Demonstranten ihre Meinung mit, Trillerpfeifen und Tröten unterstützten den Protest. „Die Politiker haben uns versprochen, mit dem Bundesteilhabegesetz die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen“, sagte Birgit Eckhardt, die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen. „Dieses Versprechen hält der vorliegende Gesetzentwurf nicht! Liebe Politiker in Berlin und Hannover – macht ein gutes Bundesteilhabegesetz!“, appellierte Birgit Eckhardt. Viele Landtagsabgeordnete im Publikum lauschten den Redebeiträgen. Holger Stolz, Geschäftsführer des Lebenshilfe Landesverbands, formulierte deutlich: „Dieses Gesetz ist ein Akt gegen die Würde von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft. Kein Parlament darf diesem Gesetz so zustimmen.“ Ebenso klar wurde Gerd Schwesig vom Blinden- und Sehbehindertenverband. „Menschen mit Behinderung werden wieder mal benachteiligt. Das nehmen wir nicht hin.“ SoVD-Vertreter Bernhard Sackarendt wies daraufhin, wer den Protest in Hannover so lautstark artikulierte: „Diese Veranstaltung heute zeigt, dass die Politik das Bundesteilhabegesetz nicht über die Köpfe der Menschen mit Behinderung hinweg beschließen kann.“

Auch Sozialministerin Cornelia Rundt sprach zu der Menge und versicherte, sich im Bundesrat für Verbesserungen am Gesetzentwurf einzusetzen. In einer Talk-Runde sprachen später auch Menschen mit Behinderung über ihre Befürchtungen. Einhellige Meinung: „So nicht! Wir wollen ein Bundesteilhabegesetz, aber ein gutes!“

Zum reibungslosen Ablauf des Protesttags trugen auch noch andere Institutionen bei: Das Musik Zentrum Hannover stellte Techniker für die Bühne, Hannover 96 stellte kostenfrei einen Parkplatz für die fast 60 ankommenden Reisebusse zur Verfügung, die Polizei sperrte wegen des großen Andrangs spontan die Georgstraße ab. Trotz des ernsten Themas war die Stimmung fröhlich und gelöst. Als die Lewis, die Band der Lebenshilfe Seelze, am Ende noch schmissige Pop-Hits spielten, tanzten Dutzende auf dem Opernplatz in den Nachmittag.

Forum Artikel 30 weiter auf "Kennenlerntour"

Das in Niedersachsen gegründete Forum Artikel 30 hat zum Ziel, dass Menschen mit Behinderung mehr Zugang zu Kultur, Freizeit und Sport bekommen.

Das in Niedersachsen gegründete Forum Artikel 30 hat zum Ziel, dass Menschen mit Behinderung mehr Zugang zu Kultur, Freizeit und Sport bekommen. So war es nur folgerichtig, dass Vertreter des Forums das Projekt im niedersächsischen Sozialministerium vorstellten. Ministerin Cornelia Rundt und die Behindertenbeauftragte des Landes Niedersachsen, Petra Wontorra, nahmen sich eine Stunde Zeit, um sich Ziele und Maßnahmen des Forums erläutern zu lassen. Die Ministerin zeigte sich erfreut darüber, dass sich der Zusammenschluss von sechs Verbänden und einer Bildungseinrichtung zum Thema Inklusion keinesfalls als „geschlossene Gesellschaft“  wahrnimmt. „Je mehr starke Partner beim Thema Inklusion zusammen arbeiten, desto besser“, so Rundt. Die Behindertenbeauftragte  des Landes, Wontorra, freute sich vor allem, dass das Forum sich explizit an alle Menschen richtet und es keine behinderungsspezifischen Unterscheidungen gibt. Der Präsident des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen, Karl Finke, betonte die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Forum. Peter Fiebiger vom Gehörlosen-Sportverband Niedersachsen  ist sicher, dass die Bündelung von Expertise zum Thema Inklusion im Forum wichtig ist. Hans Werner Lange vom Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen  verwies darauf, dass das Forum durchaus auch politisch Stellung beziehen will. Zum Beispiel zum Bundesteilhabegesetz, das nach seiner Einschätzung das Recht auf Teilhabe von Menschen mit Behinderung beschneidet. Ministerin Rund und die Behindertenbeauftragte Wontorra versprachen, die Entwicklung des Forums in nächster Zeit mit großer Neugier zu verfolgen und- wenn möglich- zu unterstützen.

Das Forum Artikel 30 präsentiert sich auf dem Thementag "Hannover alle(s) inklusive Sport

Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist in Niedersachsen auf einem guten Weg.

Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist in Niedersachsen auf einem guten Weg. Das wurde am vergangenen Sonnabend in der hannoverschen Innenstadt klar. Unter dem Leitsatz „Ganz Hannover ist ein Sportraum für alle“ beteiligten sich insgesamt 40 Vereine und Institutionen aus Niedersachsen, die sich dem Thema „Inklusion“ verschrieben haben. Von der Rollstuhlsportgemeinschaft Langenhagen über die Handicap Kickers Hannover bis zum bundesweit ersten Zusammenschluss zum Thema Inklusion, dem Forum Artikel 30 unter Federführung des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen .

Den zehntausenden Menschen, die an diesem Tag in die Innenstadt gekommen waren, wurde nicht nur reichlich Mitmachaktionen an den Ständen geboten sondern auch Unterhaltungsprogramm mit Format. Live-Musik von der inklusiven Band „Die Eisbrecher“, Turnakrobatik vom „Duo Piti“ oder Square Dance der „Fussgänger“ und Rollstuhlfahrern der „Dancing Wheels“. Inklusion wurde also gelebt, es wurde aber auch ausgiebig darüber diskutiert. Unter anderem von den Experten des Forums Artikel 30. Der Präsident des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen, Karl Finke, betonte, dass das Land Niedersachsen bei der uneingeschränkten Teilhabe von Menschen mit Behinderung zwar auf einem guten Weg sei, er unterstrich aber auch, dass gerade beim Aktionsplan des Landes zum Thema noch einiges zu tun sei. Edda Schliepack vom Sozialverband Deutschland Landesverband Niedersachsen zeigte sich zuversichtlich, dass der Sport bei der Inklusion ein gutes Vorbild für viele andere gesellschaftliche Bereiche sein kann und der der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des LandesSportbundes, Norbert Engelhardt, äußerte die Hoffnung, dass Inklusion bald überall so selbstverständlich sei, dass man nicht mehr viel darüber reden müsse. Alle drei waren sich einig, dass Menschen mit Behinderung eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Inklusion spielen müssen. Nach dem Motto: “Nichts über uns, ohne uns“.

Und der Thementag „Hannover alle(s) inklusive Sport“ war ja erst der Anfang. Menschen mit Behinderung spielen in der niedersächsischen Landdeshauptstadt auch in den kommenden Tagen die zentrale Rolle- bei den Nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung- den Special Olympics.

Prominente Unterstützung für das neugegründete Forum Artikel 30

Niedersachsens Innenminister Pistorius unterstützt den bundesweit einmaligen Zusammenschluss von sieben Verbänden und Institutionen zum Thema Inklusion.

Niedersachsens Innenminister Pistorius unterstützt den bundesweit einmaligen Zusammenschluss von sieben Verbänden und Institutionen zum Thema Inklusion. „Das Forum Artikel 30 kann eine große Wirkung über die Grenzen Niedersachsens hinaus erzielen“, sagte der Innenminister bei einem ersten Gespräch mit Vertretern des Forums. Karl Finke, Präsident des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen und Initiator des Forums Artikel 30, appellierte an die niedersächsische Politik, das Forum auf allen Ebenen zu unterstützen. Unter anderem wenn es um die uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben geht. Hans Werner Lange vom Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen betonte, dass der Aktionsplan des Landes Niedersachsen zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen konsequenter vorangetrieben werden müsse. Andrea Liebich von Special Olympics Niedersachsen erinnerte daran, dass es allein in Hannover mehr als zwei Tausend Menschen gebe, die sich aktiv an der Vorbereitung und Umsetzung der National Games Anfang Juni beteiligten. Diese Menschen könnten in Zukunft den Inklusionsgedanken in Niedersachsen weiter voranbringen. Ulrike Ernst von der Volkshochschule Hannover wies auf die Bildungsangebote der VHS für Menschen mit und ohne Behinderung hin und stellte die Wahlbroschüre in leichter Sprache für die Kommunalwahlen im September vor.

Innenminister Pistorius versprach, sich künftig inhaltlich und politisch für die Interessen des Forums Artikel 30 einzusetzen. Auch einer Schirmherrschaft für Veranstaltungen stehe er absolut positiv gegenüber, so der Minister. Wichtig sei jetzt vor allem, das Forum in Niedersachsen bekannter zu machen. „Kommunikation ist der Schlüssel“, so Pistorius. Sowohl der Minister als auch die Vertreter des Forums Artikel 30 sind sich einig: Das Thema Inklusion wird nicht nur in Niedersachsen weiter an Bedeutung gewinnen. Sowohl im Sport als auch in den Bereichen Kultur und Freizeit.  Mit dem Zusammenschluss ist es jetzt erstmals möglich, dass die drei niedersächsischen Sportverbände für Menschen mit Behinderung in Zusammenarbeit mit Organisationen der Behindertenselbsthilfe und einer Bildungseinrichtung mit einer Stimme sprechen – und das mit der vollen Unterstützung des niedersächsischen Innenministers.

„Kräfte bündeln, Menschen bewegen“ ist das Motto des „Forum Artikel 30 – Inklusion in Kultur, Freizeit und Sport“ , das gestartet ist.

Das Forum und seine sieben Verbände und Institutionen aus Niedersachsen geht einen in Deutschland neuen Weg.

Das Forum und seine sieben Verbände und Institutionen aus Niedersachsen geht einen in Deutschland neuen Weg: „Wir wollen Barrieren abbauen und Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung in Niedersachsen in den Bereichen Kultur, Freizeit und Sport schaffen und damit ihre Partizipation an der Gesellschaft stärken“, sagte Sprecher Karl Finke.

Der Behinderten Sportverband Niedersachsen, die Special Olympics Niedersachsen, der Gehörlosen-Sportverband Niedersachsen (GSN), der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen (BVN), der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen, die Landesvertretung Niedersachsen des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK)  und die Volkshochschule Hannover wollen ab sofort im neuen Bündnis die Vernetzung intensivieren, Synergieeffekte nutzen und sich damit zukunftsträchtig den veränderten Heraus-forderungen rund um die Inklusion stellen.

Die mehrfache Paralympics-Welt- und Europameisterin Catherin Bader moderierte im Toto-Lotto-Saal der Akademie des Sports durch Talkshow-Runden mit Teilnehmern der beteiligten Verbände. Finke betonte das Recht behinderter Menschen, auch den Sport selbst aktiv weiter zu entwickeln. Er untermauerte den gesellschaftspolitischen Anspruch des Zusammenschlusses. Andrea Liebich (Special Olympics) machte deutlich, dass die Vernetzung aller Verbände zum Wohle aller Menschen bundesweit einmalig sei. Sie finde die Idee des Forums faszinierend. Peter Fiebiger (GSN) will mit allen dafür kämpfen, dass die Belange gehörloser Menschen auch im Sport mehr Beachtung finden. Der Präsident des LandesSportBundes (LSB) Niedersachsen, Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach, lobte die Arbeit des Forums – das LSB-Präsidium habe die Unterstützung sofort zugesagt, nachdem dort die Idee vorgestellt worden war. Der LSB bearbeite das Thema Inklusion seit längerem hauptberuflich und engagiere sich mit dem Behinderten Sportverband Niedersachsen auf der Basis des  bis 2018 laufenden Aktionsplans und Maßnahmenplans „Inklusion im niedersächsischen Sport“.

Ulrike Ernst (VHS) erläuterte ihre Motivation, als Bildungsträger mit breitem inklusiven Angebot im Forum mitzuarbeiten. Die VHS-Arbeit passe zum Forum, sie fühle sich hier gut aufgehoben. Hans-Werner Lange (BVN) knüpfte an die gesellschaftliche Bedeutung der Inklusion an, das Forum könne hier gemeinsam wichtige Akzente setzen. Adolf Bauer (SoVD) verwies auf die zahlreichen sportlichen Aktivitäten des SoVD im Bereich des Sports hin, unter anderem richtet der Verband einen Inklusionslauf für Menschen mit und ohne Behinderung aus. Er mahnte die Niedersächsische Politik an, den Weg der Inklusion konkret weiter zu gehen. Hans-Werner Eisfeld (BSK), dessen Verband aus dem Versehrtensport hervorgegangen ist, sieht dicke Bretter in der Umsetzung von Inklusion, freut sich aber auf das gemeinsame Bohren.

Neben inhaltlichen Botschaften standen sportliche und kulturelle Darbietungen im Vordergrund. Die Sportler der Hannover United zeigten Rollstuhlbasketball und luden zum Mitmachen ein.  Christophe Schuler und seine Partnerin Katrin Heister tanzen inklusiv durch den Toto-Lotto-Saal. Laura Schwengber machte Musik fühlbar: Sie erklärte und demonstrierte inklusive Musik-Gebärden am Beispiel des Musicals König der Löwen. Das Improvisationstheater „Improkokken“ begeisterte mit ihrer Aufführung, und die aus blinden und sehenden Musikern bestehende Band „Blind Foundation“ sorgten für inklusiven Schwung.

Quelle Text: SoVD Landesverband Niedersachsen

Alle Fotos: Lennart Helal