Rollstuhlbasketball-WM: Deutsche Damen erreichen Platz 7

Vom 9. bis 19. September traf sich die Weltelite des Rollstuhlbasketballs in Ottawa zur IWBF-Weltmeisterschaft. Eine der spannendsten Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaften ist zu Ende gegangen. Große Überraschungen, spannende Spiele und eine Abschlusstabelle, die so wohl niemand erwartet hatte, prägten das Turnier. Mittendrin waren unsere niedersächsischen Rollstuhlbasketballerinnen, die sich über mehrere Monate akribisch auf die Weltmeisterschaft vorbereitet hatten.

Die deutsche Damen-Nationalmannschaft erlebt derzeit einen Generationen- und Leistungsträgerinnenwechsel, der viel Potenzial mit sich bringt und für die weitere Entwicklung unverzichtbar ist, zugleich aber Zeit braucht.

Der Turnierstart gegen starke Japanerinnen endete mit einem knappen 59:54-Erfolg. Dabei retteten sich die deutschen Frauen über die Zeit und trotzten dem japanischen Endspurt. In den darauffolgenden Partien standen die Rollstuhlbasketballerinnen den Titelanwärterinnen gegenüber.

Gegen die späteren Weltmeisterinnen aus den USA setzte es eine deutliche 31:71-Niederlage. Positiv daran: Bereits im frühen Turnierverlauf konnten Spielerinnen wie Leyla Stähler wertvolle Erfahrungen auf hohem Niveau sammeln. Auch für Lena Knippelmeyer waren dies wichtige Momente auf dem Weg Richtung LA 2028.
Im darauffolgenden Spiel wurde es jedoch nicht leichter. 

Mit dem amtierenden Paralympics-Sieger aus den Niederlanden wartete direkt der nächste „Brocken“ auf Team D. Beim 50:73 zeigte sich zwar bereits eine Steigerung in der Offensive, um wirklich mithalten zu können, fehlte es dann aber noch an der nötigen Konstanz. Besonders das erste Viertel zeigte mit einem 22:16, dass die deutsche Mannschaft phasenweise mit den Top-Nationen mithalten kann.

Der anschließende Kantersieg gegen Frankreich (50:26) brachte neuen Wind in das Turnier. Insbesondere Catha Weiß glänzte mit sechs Punkten in dem wichtigen Spiel um das Erreichen des Viertelfinales. Mit dem deutlichen 84:29-Erfolg über Algerien sicherte die deutsche Damenauswahl nicht nur ihren Kaderstatus im deutschen Fördersystem, sondern auch einen Platz unter den besten acht Mannschaften der Welt. Als Gruppendritter wartete im Viertelfinale Großbritannien. Die Britinnen avancierten zum Geheimtipp dieser Weltmeisterschaft. Mit einer 38:81-Niederlage waren die deutschen Medaillenträume dennoch geplatzt.

Frauen beenden hochkarätiges Turnier auf 7.Platz
Im darauffolgenden Platzierungsspiel gegen starke Chinesinnen war für die Mannschaft von Josef Jaglowski nichts zu holen. Die 37:64-Niederlage führte das Team letztlich erneut zu einer Begegnung mit dem Auftaktgegner aus Japan. Hier präsentierte sich die Mannschaft mit den niedersächsischen Spielerinnen Lena Knippelmeyer, Leyla Stähler und Catha Weiß noch einmal extrem stark. Alle drei kamen zum Einsatz und trugen zu einem versöhnlichen Abschluss der Weltmeisterschaft bei. Mit dem 50:33-Erfolg über Japan sicherte sich das Team den 7. Platz.

Catha Weiß blickt nach dem Turnier bereits nach vorn: „Wir beenden die Weltmeisterschaft mit einem 7. Platz und vielen Erkenntnissen, an denen wir in Zukunft weiterarbeiten müssen. Jetzt heißt es, das Turnier zu reflektieren, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und noch härter an uns zu arbeiten, um als Team weiter zu wachsen und in Zukunft wieder stärker zu sein.“

Lena Knippelmeyer, Leyla Stähler und Catha Weiß konnten auf internationalem Topniveau wertvolle Spielpraxis sammeln und wichtige Impulse für ihre weitere Entwicklung mitnehmen.

USA holen Gold – Kanada gewinnt Silber
Die USA sicherten sich den Weltmeistertitel. Silber ging an Gastgeber Kanada, der zuvor die Niederländerinnen nach neun Jahren vom Thron des Rollstuhlbasketballs gestoßen hatte. Die Niederlande holten Bronze gegen starke Britinnen im kleinen Finale.

Dagmar Dabrat
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