Starke Leistungen in Berlin:
Erfolgreiche Wettkampfwoche mit Medaillen, Rekorden und EM-Norm
Sechs Tage Spitzensport, zahlreiche Medaillen, mehrere deutsche Rekorde und eine EM-Norm: Bei den internationalen Wettkämpfen im Para-Schwimmen in Berlin präsentierten sich Tina Deeken und Julian Füllgraf in herausragender Form. Während Tina Deeken bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften mit außergewöhnlicher Belastbarkeit und zahlreichen Podestplätzen überzeugte, sorgte Julian Füllgraf bei der World Series und der IDM mit gleich vier deutschen Rekorden und starken internationalen Platzierungen für Aufsehen.
Auch Julius Lage aus Braunschweig nahm an den Internationalen Deutschen Meisterschaften teil. Für den Schwimmer des Jahrgangs 2011 war es bereits der dritte Start bei den IDM. Er trat unter anderem über 50, 100 und 200 Meter Schmetterling, 50 Meter Rücken sowie 200 Meter Lagen an und qualifizierte sich dabei mehrfach für die Jugendfinals.
Tina Deeken mit 20 Starts in vier Tagen
Bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Para-Schwimmen, die vom 10. bis 12. Mai 2026 im Sport- und Erholungszentrum (SSE) in Berlin ausgetragen wurden, absolvierte Tina Deeken (S9, SB8) ein echtes Mammutprogramm. Insgesamt zehn Starts standen für sie an den drei Wettkampftagen auf dem Plan – und das direkt im Anschluss an die Landesmeisterschaften Masters non-disabled 2026 in Hildesheim, bei denen sie bereits am Vortag ebenfalls zehn Rennen bestritten hatte.
In Hildesheim sicherte sich Tina in der Altersklasse 50 unter anderem den Landesmeistertitel über 200 Meter Rücken sowie mehrere weitere Podestplatzierungen. Mit dieser zusätzlichen Belastung im Rücken waren ihre Leistungen in Berlin umso bemerkenswerter.
Fünf Goldmedaillen und starke Platzierungen
In der internationalen Masters-2-Wertung gewann Tina gleich fünf Goldmedaillen: Über 100 Meter Brust (2:11,96 Minuten), 200 Meter Brust (4:43,16 Minuten), 200 Meter Rücken (3:42,63 Minuten), 50 Meter Freistil (0:40,28 Minuten) und 50 Meter Brust (1:00,54 Minuten) ließ sie die Konkurrenz hinter sich. Hinzu kamen fünf Silbermedaillen über 200 Meter Freistil, 100 Meter Rücken, 100 Meter Freistil, 50 Meter Rücken und 400 Meter Freistil.
Auch in der nationalen Masterswertung überzeugte Tina mit einem Deutschen Meistertitel über 100 Meter Brust sowie weiteren Silber- und Bronzemedaillen. Besonders hervorzuheben ist ihre Leistung über 200 Meter Rücken: Hier gewann sie nicht nur ihre internationale Mastersklasse, sondern schwamm in der offenen nationalen Wertung sogar in die Top Ten – im direkten Vergleich mit deutlich jüngeren Athletinnen.
Julian Füllgraf überzeugt bei World Series und IDM
Parallel dazu war auch Julian Füllgraf nahezu durchgehend im Einsatz. Der Schwimmer absolvierte in Berlin gleich zwei hochkarätige Veranstaltungen hintereinander: zunächst die World Series vom 7. bis 9. Mai als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und anschließend die Internationale Deutsche Meisterschaft vom 10. bis 12. Mai für den VfL Osnabrück. Beide Wettkämpfe galten als letzte Qualifikationsmöglichkeit für die Europameisterschaften und waren entsprechend international stark besetzt.
Bereits am ersten Tag der World Series setzte Julian ein Ausrufezeichen: Über 100 Meter Freistil stellte er in 0:56,82 Minuten einen neuen Deutschen Rekord in der Startklasse S14 auf.
Deutsche Rekorde und EM-Norm
Einen Tag später folgte der nächste starke Auftritt über 200 Meter Freistil. Im Vorlauf schwamm Julian in 2:04,81 Minuten erneut deutschen Rekord und qualifizierte sich für das A-Finale. Dort steigerte er sich nochmals auf 2:03,22 Minuten, unterbot erneut seinen eigenen Rekord und blieb gleichzeitig deutlich unter der EM-Norm.
Auch am dritten Wettkampftag zeigte Julian seine Klasse. Nach dem Einzug ins B-Finale über 400 Meter Freistil gelang ihm dort mit 4:23,47 Minuten der nächste Deutsche Rekord in der S14.
Bei der anschließenden Internationalen Deutschen Meisterschaft knüpfte Julian nahtlos an diese Leistungen an. Über 200 Meter Freistil wurde er Deutscher Meister über alle Startklassen und belegte im internationalen A-Finale Rang sechs. Über 100 Meter Rücken schwamm er gleich zweimal Bestzeit und verpasste die wichtige 500-Punkte-Marke für die EM-Qualifikation denkbar knapp um eine Hundertstelsekunde.
Starke Bilanz nach sechs Wettkampftagen
Weitere starke Ergebnisse folgten über 100 Meter Freistil, 200 Meter Lagen, 50 Meter Freistil und 400 Meter Freistil. Trotz der hohen Belastung durch sechs Wettkampftage in Folge erreichte Julian mehrere Finalteilnahmen, nationale Podestplätze und internationale Top-10-Platzierungen.
Die Bilanz der Berliner Wettkampfwoche kann sich sehen lassen: 17 Starts mit neun Vorläufen und acht Finals, vier Deutsche Rekorde in der S14, ein Deutscher Meistertitel, zwei Vizemeistertitel sowie die erfolgreiche Unterbietung der EM-Norm. Als Lohn wurde Julian von der Bundestrainerin für die Teilnahme an den Europameisterschaften vorgeschlagen.
Engagement auch abseits des Beckens
Auch abseits des Beckens gab es besondere Momente: Tina Deeken traf in Berlin das Team der Stiftung Deutschland Schwimmt, deren Botschafterin sie ist. Die Stiftung engagiert sich insbesondere für sicheres Schwimmenlernen von Menschen mit Behinderung und leistet wichtige Aufklärungs- und Förderarbeit.