Tobias Hell

„Mein Leben fühlt sich einfach richtig an“

Es wirkt ein bisschen chaotisch, was in der Sporthalle der Sophienschule stattfindet. Die Spieler*innen fahren mit ihren Sportrollstühlen kreuz und quer durch die Halle, passen sich auf Zuruf die Bälle zu, fangen, fahren, rufen, werfen – all das wiederholt sich unzählige Male. Was so unvorhersehbar wirkt, folgt einem System. Die Abfolge der Aktionen ist Teil des Trainings der Rollstuhlbasketballspieler*innen von Hannover United. Mittendrin: Team BEB-Mitglied Tobias Hell. Der 23-Jährige ist seit vier Jahren Teil dieser Bundesligamannschaft sowie der Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft. Mit Hannover United hat er 2023 den EuroCup gewonnen, mit der Nationalmannschaft wurde er Vierter bei der Europameisterschaft und Achter bei der Weltmeisterschaft. Eine schnelle Entwicklung, entdeckte der Spieler, der durch die Bildung eines Blutschwamms im Rückenmark inkomplett querschnittgelähmt ist, doch erst im Alter von 15 Jahren den Rollstuhlbasketball für sich.

Beim Einkaufen mit seinem Vater wurde er von seinem späteren Trainer angesprochen und zu einem Probetraining nach Cottbus eingeladen, wo neue Spieler*innen für die Regionalliga gesucht wurden. Tobias wurde zum festen Bestandteil des Teams. Einer Einladung zum Landeskader folgte die Sichtung für die U19-Nationalmannschaft und später die Aufnahme in die U23-Nationalmannschaft. „Ich hatte eigentlich nie vor, Profisportler zu werden, aber die schönsten Dinge, die im Leben passieren, hat man meistens nicht geplant“, sagt er achselzuckend. Als im Kader von Hannover United eine perfekt passende Position frei wurde, wechselte er nach Niedersachsen. „Ich habe mir gesagt: Wenn ich dem Ganzen eine Chance geben will, dann in Hannover.“ Spätestens seit dem Ende seiner ersten Bundesligasaison fühlt sich das alles „einfach richtig an“. Trotz der Herausforderungen, das tägliche Training, das Studium der Ernährungswissenschaften und die Fernbeziehung mit seiner Freundin unter einen Hut zu bekommen. „Das alles erfordert viel Disziplin. Aber es war meine bewusste Entscheidung, Rollstuhlbasketball auf höchstem Level zu spielen.“

Heike Werner

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