Oliver Jantz

Teamplayer mit Blick nach vorn

Oliver Jantz blickt immer nach vorn, erst recht, wenn er eine Niederlage einstecken musste. „Natürlich analysieren wir ein verlorenes Spiel, aber dann wird das auch schnell abgehakt“, sagt der 20-jährige Rollstuhlbasketballer von Hannover United/Team BEB. Genau diese Strategie scheint das Erfolgsrezept des talentierten Sportlers zu sein, schaffte er doch mit seinem Verein zuletzt den Aufstieg in die 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga, nachdem er sowohl mit der U22-Nationalmannschaft als auch mit der Herren-Nationalmannschaft jeweils Bronze bei den Europameisterschaften gewann. Ein fünfter Platz bei der U23-Weltmeisterschaft rundete sein erfolgreiches Jahr ab und ist zugleich der Lohn für ein Jahr harter Arbeit und seinen absoluten Fokus auf den Sport. Mit acht Trainingseinheiten pro Woche schaffte der Rollstuhlbasketballer, der mit einem offenen Rücken (Spina bifida) zur Welt kam, die Grundlage für eine vielversprechende sportliche Karriere.

2013 begann Oliver Jantz mit dem Rollstuhlbasketball und zog bereits im Alter von 15 Jahren vom heimischen Koldenbüttel ins Lotto-Sportinternat nach Hannover. „Das war am Anfang sehr schwer ohne meine Eltern“, erzählt er. „Mit der Mannschaft von Hannover United bin ich allerdings sehr schnell sehr gut zurecht gekommen.“ Inzwischen kann Oliver Jantz nur noch vier Mal pro Woche trainieren. „Durch meine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, die ich am 1. August begonnen habe, bleibt leider nicht mehr so viel Zeit.“  Dennoch will er eisern sein Ziel verfolgen, sich wieder für die Herren-Nationalmannschaft zu empfehlen und nimmt dafür die vollen Wochen gern in Kauf. „Es wäre schön, in diesem Jahr bei der Heim-WM in Hamburg dabei zu sein. Da könnten meine Familie und meine Freunde zum Zuschauen kommen“, wünscht sich der hervorragende Defensivspieler, der im Fachjargon Guard genannt wird. Auch wenn seine Leistungen trotz seiner Schnelligkeit, mit der er durch die Halle fegt, momentan noch nicht zu 100 Prozent an die der Herren-Nationalspieler heranreicht, beharrt er auf seinem Ziel, sich in den kommenden Jahren für die „Großen“ zu qualifizieren. Auch, um einmal an den Paralympics teilnehmen zu können.

Heike Werner