Christiane Reppe

„Ich brauche immer wieder eine neue Herausforderung“

Zwei Sportrollstühle, ein Neoprenanzug, zwei Gehhilfen und eine riesige Reisetasche gefüllt mit Schwimmbrillen und Sportkleidung aller Art. Wenn Christiane Reppe zu Wettkämpfen oder ins Trainingslager reist, gleicht das mittlerweile einem Umzug. „Das klappt zwar gerade so noch allein, besser ist es aber, wenn mich jemand begleitet“, sagt die Athletin vom GC Nendorf. Es gibt ein neues Kapitel in ihrem Leben. Para Triathlon lautet die Überschrift und verspricht, nach der überaus erfolgreichen ersten Saison ein weiterer Höhepunkt in ihrem sportlichen Leben zu werden. Zu ihren bisherigen Erfolgen kamen zuletzt ein Para Triathlon-Europameistertitel und eine Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften hinzu. Ein Senkrechtstart par excellence.

„Ich wollte eigentlich gar nicht wieder so viel schwimmen“, sagt Christiane Reppe, der im Alter von fünf Jahren aufgrund eines Nerventumors das rechte Bein amputiert werden musste. Sie hatte bereits eine 13-jährige Schwimmkarriere hinter sich, bevor sie auf das Handbike umstieg, mit dem sie 2016 paralympisches Gold gewann. Doch die Idee Triathlon kann natürlich nicht ohne die Disziplin Schwimmen in die Tat umgesetzt werden. Das Fazit nach der ersten Saison: „Es macht Spaß! Das Gefühl im Wasser kommt schnell wieder. Aber es ist auch eine ganz neue Aufgabe, sich die drei Einzeldisziplinen so einzuteilen, dass man hinten raus nicht stirbt.“ Durch das jahrelange Handbike-Training weiß die Triathletin jedoch, zu welcher Leistung sie in der Lage ist und sieht sich gegenüber ihren Konkurrentinnen durchaus im Vorteil. Aber warum ist die im Handbiken so erfolgreiche Sportlerin überhaupt zum Triathlon gewechselt? „Ich habe plötzlich die Motivation vermisst. Und wenn Du Dich in jedem Training mental quälst, gewinnst Du auch nicht. Vielleicht bin ich einfach ein Mensch, der immer wieder neue Herausforderungen braucht. Mit dem Handbike habe ich schließlich schon alles gewonnen, was man gewinnen kann“, reflektiert sie. Den neuen Fokus richtet sie nun – ganz klar – Richtung Paralympics 2020 in Tokio.

Heike Werner