Stefan Lösler

Traum Nummer zwei erfüllt

Stefan Lösler ist Paratriathlet mit Leib und Seele. Das Schwimmen trainiert der 32-Jährige akribisch und konzentriert. Und auch Radfahren und Laufen sind elementarer Bestandteil seines Trainingsplans. Drei Sportarten in eine ohnehin schon gut gefüllte Woche zu bekommen, ist für den Athleten des GC Nendorf/Team BEB eine alltägliche Herausforderung. Eine, die sich insbesondere im Jahr 2016 gelohnt hat. Mit der Teilnahme an den Paralympics in Rio de Janeiro hat er sich nach seiner Teilnahme als Snowboarder an den Winterspielen in Sotschi 2014 einen weiteren Traum erfüllt. In der Startklasse PT2 wurde er Achter. „Durch die Entwicklung, die ich bis dahin gemacht hatte, habe ich mir mehr erhofft. Meine Trainingswerte waren topp, aber ein Wettkampf ist eben immer etwas anderes“, sagte er rückblickend. Besagte sportliche Entwicklung könnte man bei Stefan Lösler fast rasant nennen. Ist er doch erst im Jahr 2012 in die paralympische Triathlonszene eingestiegen. Ein bis zwei Einheiten pro Tag, insgesamt rund 18 Stunden pro Woche, dazu ein 32-Stunden-Job als Softwareentwickler sind kombiniert mit seiner sportlichen Vorerfahrung die notwendigen Motoren. Schon vor seinem Unfall im Jahr 2010, in dessen Folge sein linkes Bein amputiert werden musste, war er Triathlet. Und der Sport hat einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass er sich mit seinem neuen Leben inzwischen arrangiert hat. Aus dem Schwimmen als Rehabilitation wurde bald ein regelmäßiges Training. Das Radfahren optimierte er nach und nach, indem er von der Magnetpedale auf eine Prothese mit Klicksystem umstieg. Das Laufen hingegen musste er vollkommen neu lernen, vielleicht der Grund, warum es zu seiner Lieblingsdisziplin geworden ist. Es ist zudem diejenige, in der er sich nach wie vor am schnellsten verbessert. Sein gleichmäßiges Laufbild mit enorm fester Oberkörperhaltung lässt darauf schließen, dass Stefan Lösler hier besonders fleißig trainiert.

 

Heike Werner