Marco Herbst

Ein „Freak“ mit Taktikgefühl

Marco Herbst ist ein „Freak“, und das ist alles andere als despektierlich gemeint. Der gebürtige Rendsburger ist einer der sogenannten High-Pointer. So nennt man im Rollstuhlrugby die Spieler, die eine Körperbehinderung, ohne gravierende muskuläre Einschränkungen durch Nervenschädigungen, aufweisen. Der 28-Jährige kam mit dem Femur-Fibula-Ulna-Syndrom auf die Welt, das bei ihm Fehlbildungen an den Beinen und der rechten Hand bewirkte. Er kann mithilfe von Beinprothesen laufen, nutzt lediglich für sehr weite Wege einen Rollstuhl. Dass in den Turnieren körperlich starke Akteure, wie Marco Herbst, zum Einsatz kommen, regeln die Klassifizierung und ein angegliedertes Punktesystem. Als High-Pointer ist der Athlet vom VfL Grasdorf/Team BEB zuständig für die Ballführung und die Tore.
Für Marco Herbst ist Rollstuhlrugby durch die Kombination aus intensivem Rollstuhlkontakt, Körperbetonung und Schnelligkeit so reizvoll. „Es ist ein wichtiger Ausgleich zum beruflichen Alltag. Außerdem bleibe ich so körperlich fit. Wegen der Behinderung ist es wichtig, Muskeln aufzubauen und zu erhalten“, erklärt der Softwareentwickler. Dass er seine Begeisterung für diesen Sport erst vor zwei Jahren entdeckt hat, verdankt der ehemalige Leistungsschwimmer einem Mitschwimmer von damals. Im Training geht es für Marco Herbst vor allem darum, das Rollstuhlgefühl zu trainieren. Hinzu kommen Sprint- und Sprintausdauerübungen sowie das Spielverständnis und taktische Elemente. Das alles ist erforderlich, um auch in der Nationalmannschaft erfolgreich zu sein. Mit dieser möchte er sich nach dem sechsten EM-Platz 2017 wieder für die Europameisterschaft qualifizieren und dort besser abschneiden als im vergangenen Jahr. Ein Traum wäre zudem die Qualifikation für die Paralympics. Für das Erreichen seiner Ziele investiert der Athlet neben viel Geld für die Ausrüstung – allein der Sportrollstuhl kostet 10.000 Euro – auch einen Großteil seiner Freizeit sowie seinen gesamten Urlaub. „Zum Glück werde ich von meinem Arbeitgeber für Lehrgänge auch mal einzelne Tage freigestellt. Das hilft enorm.“

Heike Werner

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