Christiane Reppe

Eine Wille, ein Weg, eine Goldmedaille mit Ansage

„Ich will Gold bei den Paralympics.“ Dieser Satz hat sich in dem Moment in Christiane Reppes Kopf eingebrannt, als sie beschloss, ihre Schwimmkarriere an den Nagel zu hängen und auf das Handbike umzusteigen. Vier Jahre, unendliche Trainingsstunden, viele tausend Kilometer und zahlreiche Wettkampferfolge später ist ihr Traum nun endlich Wirklichkeit geworden. In Rio de Janeiro 2016 gewann die Athletin des GC Nendorf im Straßenrennen die so lange ersehnte paralympische Goldmedaille. Und auch den sechsten Platz im Zeitfahren verbucht die 29-Jährige erst einmal als Erfolg. „Es war das erfolgreichste sportliche Jahr, das ich je hatte“, sagt sie. Und das, obwohl sie nicht nur die Erfahrung aus den vergangenen vier Jahren mitbringt. 13 Jahre lang war Christiane Reppe im Leistungssport zu Hause, doch nicht auf der Straße, sondern im Wasser. Im Alter von fünf Jahren wurde ihr aufgrund eines Tumors das rechte Bein amputiert. Während der Schulzeit kam sie dann zu einem Dresdener Verein, wo sie regelmäßig schwamm und über die Jahre hervorragende Leistungen brachte. 2004, im Alter von 17 Jahren, fuhr sie das erste Mal zu den Paralympics nach Athen und gewann dort über 100 und 400 Meter Freistil jeweils mit Europarekord die Bronzemedaille. 2008 wurde sie in Peking Sechste über 400 Meter Freistil, belegte 2012 in London über die gleiche Distanz Platz fünf und wurde Achte über 100 Meter Rücken. „Ich wollte im Schwimmen gern mehr erreichen, aber es sollte einfach nicht sein“, sagt die Athletin rückblickend und betont, dass sie aus dem Schwimmtraining für ihre Handbike-Karriere viel mitnehmen konnte. So peilt sie mit täglichem langem Fahr- und Krafttraining, Trainingslagern, Lehrgängen, Leistungsdiagnostiken und Trainingsanalysen unbeirrt die nächsten Ziele an. „Das Weltcup-Leader-Trikot für drei gewonnene Weltcup-Rennen hätte ich gern, und im August stehen in Südafrika die Weltmeisterschaften an“, blickt sie voraus. Bei den Paralympics in Tokio 2020 sollen es dann möglichst zwei Goldmedaillen werden: eine im Straßenrennen und eine im Zeitfahren.

 

Heike Werner