31.05.2016

Sitzvolleyball: Starker Auftritt beim Sarajevo-Cup

Team um Torben Schiewe (BSV Celle/Team BEB) überzeugt

Die deutsche Sitzvolleyball Nationalmannschaft zeigte sich am vergangen Wochenende bei der 15. Auflage des hochkarätig besetzten Sarajevo-Cup in bestechender Frühform und belegte am Ende den hochverdienten 3. Platz. 

Das Team um Bundestrainer Rudi Sonnenbichler reiste dabei mit nur sieben Spielern an, da auch gleichzeitig die mit fünf  Nationalspielern bestückte Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen am Turnier teilnahm. 

Bereits im ersten Turnierspiel setzten Wiesenthal und Co. ein erstes Ausrufezeichen und schlugen bereits am Freitagabend den amtierenden Afrikameister aus Ägypten mit 2:1. Zwar gestaltete sich der Tiebreak mit 17:15 sehr eng, doch aufgrund der starken deutschen Feldabwehr ging dieser Sieg absolut in Ordnung. 

Auch in den weiteren drei Gruppenspielen am Samstag zeigten Sonnenbichlers Mannen eine spielerisch starke Vorstellung und behielten jeweils mit 2:0 immer die Oberhand. Dabei spielte man gegen die vermeintlich schwächeren Gegner aus Hrabri(Kroatien) und Nyiregyhazi(Ungarn) durchgehend konzentriert und ließ nie einen Zweifel daran wer das Feld als Sieger verlassen würde. 

Diese absolut souveräne Leistung konnte auch im letzten Gruppenspiel gegen Brasilien erneut abgerufen werden. Auch ein zwischenzeitlicher 11:18 Rückstand im 1. Satz brachte die deutsche Truppe zu keinem Zeitpunkt aus der Ruhe. Punkt für Punkt kämpfte man sich wieder heran und gewann auch gegen den Gastgeber der diesjährigen Paralympics ohne Satzverlust. Besonders Schrapp, Wiesenthal und Schiewe konnten sich immer wieder mit starken Aktionen am Netz auszeichnen. Gleichzeitig glänzten Sayilir, Herzog und Schiffler mit einer grandiosen Defensivleistung und verhinderten somit einige sicher geglaubten Punkte der Südamerikaner. 

Folgerichtig zog man als Gruppensieger ins Halbfinale ein und traf dort auf die starken Russen.  

Im Modus ''Best of Five'' sahen die rund 300 begeisterten Zuschauer dann die besten zwei Sätze des gesamten Turniers. Mit einer sehr geringen Quote an Eigenfehlern, einem äußerst variablen Angriffsspiel und einer bärenstarken Leistung im Defensiv-und Blockverhalten bot die deutsche Mannschaft Sitzvolleyball auf absolutem Weltklasse-Niveau. Mit der daraus resultierenden 2:0 Führung schien der Finaleinzug in greifbarer Nähe. Doch fortan machte sich nach den kräftezehrenden Vorrundenspielen die dünne Kadergröße bemerkbar. Zwar konnte mit Christian Heintz von der Bank für eine zwischenzeitliche Entlastung gesorgt werden, doch die deutschen Kraftreserven ließen während des vierten Spiels an diesem Tag immer mehr nach. Somit gingen die Sätze drei und vier an Russland und erneut musste der Tiebreak die Entscheidung  in diesem ''ewigen Prestige-Duell'' bringen. 

Auch hier zeigten sich die Wechsel-Kapazitäten der Osteuropäer als entscheidender Vorteil. 10:15 im Tiebreak und 2:3 in den Sätzen hieß es am Ende dieser großartigen Leistung aus deutscher Sicht. 

Nach entsprechender Regeneration am Samstagabend stand dann am Sonntag das abschließende Spiel um Platz 3 an. Nach einer erneut beeindruckenden Vorstellung gewann man souverän mit 3:1 gegen Ägypten. 

 

Bundestrainer Sonnenbichler: ,,Ich bin mit den gezeigten Leistungen meiner Mannschaft absolut zufrieden. Vor allem mit dem neuen, erst seit April trainiertem, 5:1 System waren wir sehr variabel im Angriffsspiel und dadurch nur sehr schwer auszurechnen. Wir haben mit Brasilien und Ägypten zwei unserer Paralympics-Gruppengegner souverän geschlagen und mal wieder bewiesen, dass wir uns in der Weltspitze nicht verstecken müssen. Trotzdem liegt bis Rio noch einiges an Arbeit vor uns, denn vor allem im Blockspiel haben wir noch viel Potenzial nach oben.''

 

Endplatzierung: 

1. OKI Fantomi(Bosnien) 

2. Russland 

3. Deutschland

4. Ägypten 

5. Brasilien

6. Kroatien

7. Nyiregyhazi(Ungarn) 

8. Bayer 04 Leverkusen 

9. Türkei

10. Hrabri(Kroatien) 

 

Vorschau: 

11.-19. Juni Trainingslager in Teheran, Iran

 

Text: Christian Heintz (Teammanager Sitzvolleyball Nationalmannschaft)