30.11.2016

DFB-Junioren machen beim Blindenfußball eine neue Erfahrung

DFB-Junioren machen beim Blindenfußball eine neue Erfahrung

Die U15-Nationalmannschaft des DFB war im Rahmen eines Lehrgangs zu Gast an der Sportschule in Barsinghausen und durfte zum Abschluss einer intensiven Woche noch eine besondere Erfahrung machen. Unter Anleitung von BSN-Fußballkoordinator Maurizio Valgolio versuchten sich die Schützlinge von Nationaltrainer Michael Feichtenbeiner am Rasselball.

Nach einer theoretischen Einführung in die Geschichte und die Regeln dieses faszinierenden Sports bekamen die Kicker Dunkelbrillen ausgeteilt, um Blindheit zu simulieren. Eine neue Erfahrung, ist Sehen für sie im Spiel doch eine Selbstverständlichkeit und so war schon das verdunkelte Laufen und Orientieren in der Sporthalle eine große Herausforderung. Als dann der Rasselball zum Einsatz kam, bewiesen Deutschlands beste Nachwuchsspieler allerdings ihre ausgezeichnete Technik und zeigten ihr Können bei verschiedenen Pass- und Torschussübungen. Im abschließenden Spiel gab es dazu noch die Möglichkeit in weitere Rollen des inklusiven Sports zu schlüpfen und als so genannter Guide oder Torwart sein Team zu navigieren.

„Es war eine tolle Einheit mit diesen talentierten und interessierten Spielern. Vielleicht nehmen die Jungs diese Erfahrung mit in ihre Ausbildungsvereine und absolvieren dort auch mal ein Training. Wir hoffen das durch solche Aktionen die Zusammenarbeit zwischen dem Blindenfußball und dem DFB weiter gestärkt wird“ bilanzierte BSN-Fußballkoordinator Maurizio Valgolio. Über die Sepp-Herberger-Stiftung unterstützt der DFB bereits seit 2008 die Entwicklung der Blindenfußball-Bundesliga. Und auch Co-Trainer Christian Meyer war begeistert von der etwas anderen Trainingseinheit: „Einige Inhalte sind auch auf unser Spiel übertragbar. Den Jungs wurde eindrucksvoll vermittelt, wie wichtig Kommunikation auf dem Platz und gegenseitige Unterstützung elementar für den Erfolg ist.“

Das ist Blindenfußball:

Blindenfußball wird seit 2006 in Deutschland praktiziert und trainiert. Zwei Mannschaften treten mit je fünf Spielern gegeneinander an. Ziel ist es, wie beim Fußball sehender Spieler, den Ball ins gegnerische Tor zu schießen. Die Torhüter dürfen als einzige Spieler über eine normale Sehfähigkeit verfügen. Sie und die mannschaftseigenen Guides, die jeweils hinter dem gegnerischen Tor positioniert sind, sowie die Trainer an den Banden dirigieren mit Zurufen ihre Spieler. Der Ball ist im Inneren mit Rasseln versehen und auf diese Weise hörbar.

Und auch in Hannover wird seit diesem Jahr Blindenfußball gespielt. In Kooperation mit Hannover 96 bietet der BSN Fußballbegeisterten die Möglichkeit dem rasselnden Leder hinterherzujagen. Interessierte neue Spieler aber auch sehende Helfer wie Torhüter und Guides sind herzlich zur Trainingsgruppe eingeladen. Gespielt wird mittwochs um 20 Uhr in der Sporthalle im LBZB in der Bleekstraße 22, 30559 Hannover.